Gil Scott-Heron

(* 01.04.1949 in Chicago; † 27.05.2011 in New York City)

Diskografie:

  • 1970 New Black Poet – Small Talk At 125th & Lenox Ave (Flying Dutchman)
  • 1971 Pieces of a Man (Flying Dutchman)
  • 1972 Free Will (Flying Dutchman)
  • 1974 Winter In America* (Strata East)
  • 1974 Midnight Band – The First Minute Of A New Day* (Arista)
  • 1976 From South Africa To South Carolina (Arista)
  • 1976 It’s Your World (Live)* (Arista)
  • 1977 Bridges* (Arista)
  • 1978 Secrets (Arista)
  • 1979 1980* (Arista)
  • 1980 Real Eyes (Arista)
  • 1981 Reflections (BMG)
  • 1982 Moving Target (Arista)
  • 1994 Spirits (TVT)
  • 1994 Minister Of Information: Live (Peak Top/Castle)
  • 2010 I’m New Here (XL Recordings)

*= In Zusammenarbeit mit Brian Jackson

Biografie:

  • Die Musik Godfather of Rap

    Herons Musik vereint Elemente aus Funk, Jazz, Soul und Latin. Die Texte sind zumeist politisch/sozialkritisch und werden oft mit einem Rap-artigen Sprechgesang vorgetragen. Diese Form gesprochenen Text mit Musik und/oder Rhythmen zu hinterlegen (Spoken Word), wird als Vorstufe von Hip-Hop und Rap betrachtet. Heron gilt als einer der einflussreichsten Wegbereiter dieser Musikstile. (neben den Last Poets)

    Zu seinen bekanntesten Stücken gehören:
    „The Revolution Will Not Be Televised“, „The Bottle“, „Johannesburg“
    und „Lady Day and John Coltrane“.

  • Kindheit und Jugend

    Scott-Heron wuchs bei seiner Großmutter im Bundesstaat Tennessee auf. Hier lernte er die ländliche afroamerikanische Kultur und Lebensweise der Südstaaten kennen, aber auch einen starken Rassismus. Er war eins von drei schwarzen Kindern, die zu integrationszwecken in eine weiße Grundschule in Jackson geschickt wurden.

    Er ertrug diesen Druck nicht mehr und zog zu seiner Mutter in die Bronx (NY-City). Dort ging er zur High School, wo er Arbeiten des Harlem-Poeten Langston Hughes und des Bürgerrechtler LeRoi Jones (später Amiri Baraka) kennenlernte. Diese sollten seine Art zu schreiben sowohl inhaltlich als auch stilistisch stark prägen. Später zog er mit seiner Mutter in das lateinamerikanisch geprägte Viertel Chelsea.

    Scott-Heron wurde am Lincoln-College in Oxford, Pennsylvania angenommen. Hier lernte er Brian Jackson kennen, mit dem er später lange Jahre zusammenarbeitete. Er war die ganze Zeit mit den Arbeiten an seinem ersten Roman, The Vulture (Der Aasgeier), beschäftigt und verließ das College nach einem guten Jahr wieder. Kurzfristig besuchte er auch die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. 1970 veröffentlichte er seinen Debütroman, der viel Anerkennung fand.

  • Beginn der musikalischen Karriere

    Durch die guten Besprechungen seines Debütromans lernte Scott-Heron den Jazz-Produzenten Bob Thiele kennen, der schon mit Louis Armstrong und John Coltrane gearbeitet hatte. Dieser ermöglichte ihm im Jahre 1970, sein erstes Album „Small Talk At 125th & Lenox Ave.“ aufzunehmen, auf dem er sozialkritische, aber auch homophobe Texte aus seinem gleichnamigen Gedichtband rezitierte. Er kombinierte sie mit Conga-Rhythmen und anderen percussiven Elementen. Für den Soundtrack zu Scott-Herons Texten konnte Thiele einige renommierte Jazz-Musiker wie Ron Carter (Bass), Eddie Knowles und Charlie Saunders (Percussion) versammeln. Das Debüt enthielt das medien- und kapitalismuskritische Lied „The Revolution Will Not Be Televised“.

    Im Jahre 1971 veröffentlichte er das Album „Pieces of a Man“. Hier orientierte er sich bei einigen Stücken wie dem Titeltrack und „Lady Day and John Coltrane“ mehr an geradlinigen, souligen Songstrukturen. Im darauf folgenden Jahr veröffentlichte er seinen zweiten Roman, „The Nigger Factory“, und sein drittes Album „Free Will“. Dieses sollte sein letztes für das Label Flying Dutchman sein, mit dem er sich zerstritt. Das folgende Album „Winter in America“, nahm er für Strata East auf.

  • Kommerzieller Erfolg

    1975 wurde er von Clive Davis als der erste Künstler für das neue Label Arista Records verpflichtet, wo er für 10 Jahre bleiben sollte. Hier wurde mehr darauf geachtet, Songs in die Charts zu bringen:

    • „Johannesburg“ (1975; Platz 29 der R&B-Charts)
    • „The Bottle“ (1978; Platz 15 der R&B-Charts)

    1978 verließ ihn auch sein langjähriger Mitstreiter Jackson, der besonders seine ersten beiden Platten für Arista, „First Minute of a New Day“ und „From South Africa to South Carolina“, musikalisch bestimmt und Scott-Herons Midnight-Band praktisch geleitet hatte.

    1978 nahm sich der Produzent Malcolm Cecil seiner Musik an. Dieser hatte in den frühen 70ern u. a. mit den Isley Brothers und Stevie Wonder gearbeitet. Jetzt war er mitverantwortlich für Scott-Herons größen Hit „The Bottle“, in dem es um Alkoholmissbrauch ging.
    In den 80ern produzierte Nile Rodgers (Chic), Scott-Herons Alben. 1985 wurde er nach der Veröffentlichung eines Best Of-Albums von seiner Plattenfirma Arista entlassen.

  • Rückzug, Kult und Kokain

    Er zog sich aus dem Musikgeschäft zurück, tourte aber weiter um die Welt, wo er im Rahmen der Retromusikwelle, aber auch von Rap- und Hip-Hop-Fans wieder gefeiert wurde. 1993 unterschrieb er einen Vertrag mit der Firma TVT-Records und veröffentlichte das hochgelobte Album Spirits (1994), das unter anderem den Track „Message to the Messengers“ enthielt, in dem er die jungen Rapper dazu aufrief, Verantwortung für ihre Kunst und die Community zu übernehmen.

    1994 trat er in einem „Spoken-Word“-Special von MTV auf.

    Sein bislang letztes Buch, der Gedichtband Now & Then (2001), erschien in seinem eigenen Verlag, Brouhaha Books. 2001 kam er wegen des Besitzes von einem Gramm Kokain für ein Jahr ins Gefängnis. Nachdem er im Oktober 2002 entlassen wurde, arbeitete er unter anderem wieder mit dem Kollegen Brian Jackson. 2003 filmte Don Letts im Auftrag der BBC eine Dokumentation über Scott-Herons Leben. Im selben Jahr kam Scott-Heron erneut wegen Besitzes illegaler Drogen ins Gefängnis, aus dem er ein Jahr später wieder entlassen wurde. Im Dezember 2005 wurde er in New York erneut wegen Drogenbesitzes verhaftet. Scott-Herons langjährige Kokainabhängigkeit ist oft Gegenstand zahlreicher Kontroversen.

    Am 8. Februar 2010 erschien mit „I’m New Here“ sein erstes Album seit 1994.
    Gil Scott-Heron starb im Mai 2011 im Alter von 62 Jahren an den Folgen von AIDS.

Die Angaben basieren ursprünglich auf Wikipedia

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